Von der Symptombehandlung zur Ursachenanalyse
- Yvonne Prokoph
- 3. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Juli
Warum ich Symptome nicht einfach „wegmache“, sondern sie entschlüssle
In meiner Praxis erlebe ich es täglich: Menschen kommen mit einem Symptom – einem auffälligen Laborwert, einer hartnäckigen Erschöpfung, einem chronischen Schmerz – und fragen: „Wie werde ich das los?“
Doch diese Frage greift oft zu kurz. Denn ein Symptom ist kein Fehler im System. Es ist ein Ausdruck des Systems.
Ich arbeite mit einem analytischen Vorgehen, das sich an deduktiven Prinzipien orientiert – vergleichbar mit einem wissenschaftlichen Ermittlungsprozess - der Sherlock Holmes der Gesundheit. Ich möchte verstehen, was der Körper mit einem bestimmten Signal kompensieren, schützen oder ausgleichen will. Nur so lässt sich langfristig und ursächlich arbeiten – und nicht nur die Symptome kurzfristig „wegdrücken“.
🔬 Der Unterschied zur klassischen Symptomunterdrückung
In der konventionellen Medizin liegt der Fokus leider noch allzu häufig auf der Bekämpfung von Symptomen, nicht auf deren Verständnis.Beispiel: Schmerzen, Bluthochdruck, Hautausschläge oder hormonelle Störungen werden oft standardisiert behandelt – mit Medikamenten, die das Symptom abschalten, aber nicht seine Ursache adressieren.

Die Folgen:
Der Körper wird in seiner Regulationsfähigkeit gehemmt.
Kompensationsmechanismen werden blockiert.
Neue Symptome entstehen durch die Nebenwirkungen der Intervention.
➡️ Es beginnt ein Kreislauf, den viele meiner Klient:innen bereits durchlaufen haben, bevor sie zu mir kommen: Ein Medikament erzeugt das nächste Symptom, das wiederum mit einem weiteren Medikament behandelt wird.
🧠 Mein deduktives Vorgehen in der Praxis
Mein Ansatz basiert auf einem klar strukturierten Analysemodell, das wissenschaftliche Denkprozesse mit systemischer Betrachtung und Körperintelligenz verbindet:
1. Beschreibung und Einordnung des Symptoms
Was genau zeigt sich – körperlich, emotional, energetisch?
In welchem Kontext tritt es auf? Seit wann? In welcher Intensität?
Was hat sich in letzter Zeit verändert?
2. Analyse der direkten Auslöser
Welche Faktoren könnten physiologisch oder psychisch unmittelbar beteiligt sein?
Stress, Medikamente, Infektionen, Traumata, Nährstoffmängel, Schlafmangel – all das kann Symptome verschärfen oder auslösen.
3. Funktionsanalyse des Symptoms
Welchen biologischen Zweck erfüllt dieses Symptom möglicherweise?
Was versucht der Körper zu regulieren, zu kompensieren oder zu schützen?
Diese Betrachtung ist zentral:Nicht jedes „auffällige“ Symptom ist ein Fehler. Manchmal ist es ein Notprogramm des Körpers.
4. Systemische Ursachenforschung – die „Ursache hinter der Ursache“
In einem nächsten Schritt frage ich: Warum ist das System überhaupt aus der Balance geraten?
Hier verlassen wir die rein lineare Denkweise der klassischen Medizin und wenden uns einer systemischen, interdisziplinären Analyse zu. Dabei betrachten wir:
Langfristige Belastungsmuster im Alltag
Dauerstress oder Überforderungen
Unverarbeitete Erlebnisse oder wiederkehrende psychische Konflikte
Kindheitsprägungen oder tief verankerte Verhaltensmuster
➡️ Diese Themen sind nicht „emotional-abgehoben“, sondern physiologisch hochrelevant:Forschungsergebnisse aus der Psychoneuroimmunologie zeigen, dass chronischer Stress und seelische Belastungen direkten Einfluss auf Immunfunktionen, Entzündungsprozesse, Hormonsysteme und sogar die Genregulation nehmen.
➡️ Auch die moderne Epigenetik belegt, dass Erfahrungen – insbesondere in frühen Lebensjahren – nachhaltige Spuren im Zellverhalten hinterlassen können. Das bedeutet: Wer lange unter Druck steht, kann auf körperlicher Ebene messbare Veränderungen in der Hormonproduktion, Zellteilung, Wundheilung und Entgiftungsleistung entwickeln.
➡️ Deshalb reicht es nicht, Symptome zu unterdrücken. Wir müssen das zugrunde liegende Systemverhalten verstehen – und manchmal auch die emotionale Geschichte, die sich im Körper niedergeschlagen hat.
5. Entwicklung einer therapeutischen Strategie
Ist die direkte Ursache beeinflussbar?
Falls nicht: Welche begleitenden Maßnahmen stärken das System trotzdem?
Wie kann ich Ressourcen aktivieren, statt Symptome zu bekämpfen?
💡 Wissenschaftlich arbeiten heißt nicht: „schulmedizinisch“
Mein Ansatz ist nicht „alternativ“ im Sinne von spekulativ oder esoterisch. Er ist wissenschaftlich, weil er systemisch denkt, Ursachen analysiert, Hypothesen bildet und überprüfbare Maßnahmen ableitet.Ich orientiere mich dabei an Erkenntnissen aus der:
Stress- und Traumaforschung
Neuroendokrinologie
Psychoneuroimmunologie
Systemischen Therapie
Epigenetik und Zellbiologie
Leider wird dieses interdisziplinäre, ganzheitliche Denken in der klassischen medizinischen Ausbildung kaum gelehrt.
Dort ist das Vorgehen meist linear: Symptom → Diagnose → Medikament.
Doch der Mensch ist kein lineares System. Er ist ein komplexes Netzwerk aus Körper, Geist, Emotion und Geschichte.
🧭 Fazit: Nur wer fragt, findet die Wurzel
Ich glaube daran, dass nachhaltige Gesundheit entsteht, wenn wir den Körper nicht kontrollieren, sondern verstehen. Wenn wir nicht stören, sondern regulieren helfen. Wenn wir nicht unterdrücken, sondern aufdecken und begleiten.
Mein Ziel ist es, mit meinen Klient:innen gemeinsam zu denken – nicht gegen ihren Körper, sondern mit ihm.
Denn Heilung beginnt immer dort, wo wir bereit sind, nicht nur das Symptom zu sehen, sondern seine Botschaft zu entschlüsseln.
Wenn dich dieses Vorgehen anspricht oder du selbst auf der Suche nach der Ursache hinter deinem Symptom bist, melde dich gern für ein erstes Gespräch.
Ich begleite dich dabei, deine eigene Gesundheitsgeschichte neu zu lesen – mit Verstand, Erfahrung und einem tiefen Respekt für deinen Körper.
Alles Liebe,
Yvonne



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