Vom „Termin“ zur Energiequelle
- Yvonne Prokoph
- 21. Sept.
- 2 Min. Lesezeit
Wie wir vergessen, Freude wirklich zu fühlen
Neulich habe ich mich dabei ertappt, dass ich mein ursprünglich liebstes Hobby – die Zeit mit Pferden und das Reiten – gar nicht mehr als Quelle meiner Freude empfunden habe, sondern als „Termin“.
Wie konnte es so weit kommen?
Wenn Freude zu Pflicht wird
Im Alltag passiert es uns schnell: Das Leben ist voller To-dos, wir tragen Verantwortung, kümmern uns um andere, jonglieren Arbeit, Haushalt, Arzttermine, Bürokratie und unzählige Kleinigkeiten. Unser Gehirn sortiert alles in die gleiche Schublade: „Erledigen“.
Selbst die Dinge, die uns eigentlich nähren und Kraft geben, werden zu Häkchen auf der Liste.
Hast du das auch schon einmal bemerkt?
Plötzlich ist das Treffen mit einer Freundin, das du früher herbeigesehnt hast, nur noch ein Punkt im Kalender. Der Spaziergang, der sonst deine Seele beflügelt hat, wird zu „ich sollte mal wieder raus“. Und das geliebte Hobby fühlt sich auch nur noch an wie eine Verpflichtung.

Warum das passiert
Funktionieren statt fühlen: Wenn unser Nervensystem im Dauermodus von Anspannung und Verantwortung läuft, haben wir wenig Raum, um Genuss zuzulassen.
Verlust des freien Raumes: Dinge, die spontan waren, sind heute eingebettet zwischen Uhrzeiten und Strukturen.
Schutzmechanismus: Freude macht verletzlich. Wenn wir sie weniger spüren, schmerzt es auch weniger, wenn sie einmal nicht möglich ist.
Das Ergebnis: Wir verpassen unsere eigenen Energiequellen.
Spannende Fakten dazu:
Dein Gehirn lebt noch in der Steinzeit
Unser Gehirn ist ein wahres Energiesparwunder. Es versucht ständig, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel zu bewältigen. Dafür nutzt es Routinen und automatische Abläufe. Alles, was wir häufiger tun – auch Denken in „To-do-Kategorien“ – wird im Nervensystem wie eine Autobahn ausgebaut.
Früher, im Steinzeitalter, war dieses Prinzip überlebenswichtig.
Das Gehirn musste schnell reagieren: Gefahr erkennen, handeln, Energie sparen für die Jagd oder Flucht. Heute aber reagiert es noch immer nach diesem alten Muster. Es macht keinen Unterschied zwischen „Säbelzahntiger“ und „Kalendereintrag“.
Das Ergebnis: Auch Freude, Leichtigkeit und unsere Hobbys landen in der gleichen Schublade wie Steuererklärung und Wäscheberge. Unser Gehirn etikettiert sie als „Pflicht“, weil es denkt: „Routine = sicher = effizient.“
Und genau hier entsteht das Paradox: Wir sparen zwar kurzfristig Energie, aber wir verlieren langfristig unsere echten Kraftquellen. Das Gehirn merkt nicht, dass wir uns selbst damit auslaugen.
Die Lösung? Bewusst innehalten, Routinen hinterfragen und das alte Steinzeithirn liebevoll umerziehen. Mit jedem Mal, wenn wir bewusst Freude statt Pflicht empfinden, entsteht ein neuer „Pfad“ im Gehirn – und die Autobahn darf wieder Richtung Leichtigkeit führen.
Zurück zur Quelle
Der erste Schritt ist Bewusstsein – zu merken: „Hey, ich nenne mein Herzprojekt gerade Termin.“
Der zweite Schritt ist, bewusst einen Schalter umzulegen.
✨ Mini-Ritual vor deiner EnergiequelleBevor du etwas tust, das dir eigentlich Freude bereitet:
halte einen Moment inne,
atme tief durch,
sage dir: „Das hier ist mein Raum. Mein Geschenk. Meine Quelle.“
Und dann erlaube dir, zu fühlen. Nicht zu funktionieren.
Einladung an dich
Frag dich heute: Welche deiner Energiequellen hast du aus Versehen in „Pflichtaufgaben“ verwandelt?
Und wie kannst du sie zurückholen – als das, was sie wirklich sind: deine Nahrung für Körper, Geist und Seele?
Schreib mir in die Kommentare, welche deiner Energiequellen du dir zurückholen möchtest.
Alles Liebe,
deine Yvonne




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